Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung

Richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die dringend individuelle Hilfe zur eigenverantwortlichen Lebensführung und sozialen Intergration brauchen. Dies bedeutet, dass die Jugendlichen über einen längeren Zeitraum hinweg und mehrmals pro Woche einen Betreuer zur Seite gestellt bekommen, der sie in allen persönlichen, beruflichen, schulischen und familiären Fragen berät und unterstützt. Dies kann z.B. durch Gespräche, Schul-/ Ausbildungsplatzsuche, Therapiesuche, Anleitung zur Haushaltsführung, Ordnung der Finanzen und vielem mehr geschehen. Wichtig ist, dass der oder die Jugendliche/ junge Erwachsene bereit ist, sich auf eine intensive Zusammenarbeit einzulassen und nicht schon von vorneherein auf Durchzug stellt.

 

Gesetzliche Grundlagen

 

Kinder- und Jugendhilfegesetz SGB VIII § 2, Abs. 2, Ziffer 4.

 

Hilfen zur Erziehung und ergänzende Leistungen 27 SGB VIII, hier § 35 SGB VIII und § 41 SGB VIII.

 

Auftrag

 

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISE) soll Jugendlichen gewährt werden, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen. Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und soll den individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen Rechnung tragen (§ 35 SGB VIII).

 

Einem jungen Volljährigen soll Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe aufgrund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist.

 

Der junge Volljährige soll auch nach Beendigung der Hilfe bei der Verselbständigung im notwendigen Umfang beraten und unterstützt werden (§ 41 SGB VIII, Abs. 1 und 3).

 

ISE ist geeignet für Jugendliche, die zu Hause, in einer eigenen Wohnung oder einer stationären Unterbringungsform leben und Hilfe und Unterstützung bei ihrer Lebensführung und ihrer Persönlichkeitsentwicklung bedürfen.

 

ISE ist geeignet für Jugendliche mit familiären Problemen, schulischen Schwierigkeiten, individuellen Defiziten oder Problemlagen, mangelnden lebenspraktischen Fähigkeiten, Bindungsschwierigkeiten, Schulproblemen, Perspektivlosigkeit.

 

ISE unterstützt Jugendliche/junge Volljährige in ihrer gesamten Lebensführung durch die Einübung sozialer und alltagspraktischer Kompetenzen, die Aktivierung von Ressourcen im familiären und/oder erweiterten sozialen Umfeld, durch die Entwicklung persönlicher, materieller und sozialer Zukunftsperspektiven.

 

Ziele

 

Ziele werden im Hilfeplan individuell für und mit der Jugendlichen und dessen Personensorgeberechtigten vereinbart. Generelle Zielsetzungen können sein:

 

  • Angemessener Einsatz individueller Stärken und Schwächen
  • Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln
  • Stabile, verlässliche und nicht schädigende soziale Beziehungen
  • Gesunde Lebensführung
  • Adäquate Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
  • Sichere wirtschaftliche Lage Aufbau angemessener Schul-, Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Selbständige- und verantwortliche Lebensführung, auch in Bezug auf Haushaltsführung, Geld und Behörden
  • Regelmäßiger Schul-, Ausbildungs- bzw. Beschäftigungsbesuch
  • Inanspruchnahme weiterführenden Hilfeangebote

Leistungen

 

ISE umfasst in erster Linie individuelle Angebote:

 

a)    Beratende Gespräche

 

Analyse des Verhaltens, familiärer Beziehungen, Selbst- und Fremdwahrnehmung, familiärer, wirtschaftlicher und sozialer Ressourcen, Fähigkeiten, Stärken, Interessen und Schwächen, weitergehender Förderbedarfe.

 

Erarbeitung alternativer Verhaltensweisen, Beziehungsmuster, Rollenverhalten, Alltagsstrukturen, finanzieller Möglichkeiten, Nutzung familiärer und sozialer Ressourcen, Einsatz individueller Stärken und Schwächen, Förderungen.

 

Auswahl geeigneter Schritte zur Umsetzung alternativer Verhaltensweise entlang der Bereitschaft und der Fähigkeiten derJugendlichen/ jungen Erwachsenen durch bedarfsangepasste motivierende, konfliktorientierte oder personenzentrierte Gesprächsführung.

 

Überprüfung und Neujustierung der gewählten Veränderungen im Betreuungsprozess.

 

 b)    Praktische Anleitung

 

Einübung und Verfestigung von gelungenen Verhaltensweisen, Kommunikationsmustern, Konfliktlösungsmöglichkeiten und Regeln. Anleitung zur Verrichtung alltagspraktischer Tätigkeiten wie Haushaltsführung, Hygiene, Ernährung, Ordnen von Finanzen und anderen Unterlagen, Erstellung von Schreiben.

 

 c)    Begleitung zu und Kooperation mit anderen Fallbeteiligten

 

Begleitung zu Schulen, Ausbildungs- und Berufsstätten, Ämtern, Ärzten, Finanzdienstleistern und anderen professionellen Helfern sowie zu Familienmitgliedern oder sonstigen Personen aus dem sozialen Umfeld der Jugendlichen/ jungen Erwachsenen. Ebenso bedarfsorientiert erfolgt die über die direkte Begleitung hinausgehende Zusammenarbeit mit entsprechenden Institutionen und Personen.

 

 Die individuellen Angebote werden ergänzt durch

 

d)    Gruppenangebote

 

Zielgruppen-, Themen- und Freizeitorientierte Angebote, die je nach Bedarf entwickelt und durchgeführt werden. Regelmäßiger Jugendtreff.